Bruscht(ring) raus fürs „Derby“

Seit wir Schwaben uns im Zeichen des einzig wahren Rasenballsports zusammengefunden haben, fiebern wir diesem Tag entgegen. Am Samstag ist es endlich soweit, unsere Rasenballer spielen gegen den „schwäbischen Rivalen“ VfB Stuttgart. Ein besonderes Spiel auch deshalb, weil wir unisono den VfB für seine tolle Arbeit in der Region und die Integrationskraft schätzen und einige neben RB-Fans auch veritable VfB-Fans sind.

Kann man zwei Herren dienen? Man kann, zumindest sehen es die „Schwabenballisten“ so, denn Begeisterung für unsere Leipziger Jungs schließt Begeisterung für andere Teams nicht aus. Wir sehen uns in diesem Zusammenhang als Überwindung verengter Strukturen, die nur das „Wir gegen die“ kennt.

Am Samstag also Leipzig gegen Stuttgart – und mithin die Frage, wieviel VfB denn im Leipziger Emporkömmling steckt. Zahlreiche Spieler haben eine VfB-Vergangenheit, allen voran Topstürmer Timo Werner, aber eben auch Philipp Köhn oder Marvin Compper, ganz zu schweigen von Ehemaligen wie Rani Khedira oder „Jo“ Kimmich. Noch wichtiger vielleicht das Masterbrain im Hintergrund, Ralf Rangnick, und sein Team um schwäbische Tüftler wie Frieder Schrof, Helmut Groß und den leider in dieser Woche viel zu früh verstorbenen Thomas Albeck.

Thomas Albeck soll in diesem Zusammenhang nochmals besonders gedacht werden – ein großartiger Nachwuchstrainer, der nicht nur zahlreiche Nationalspieler geformt hat, sondern auch wichtige Strukturen mitbereitet hat, von denen der deutsche Fußball heute profitiert. Danke, Thomas, wir werden Dir ein ehrendes Andenken bewahren.

Zurück zum Thema: der schwäbische Einfluss auf RBL ist groß, der Schwabe ist sozusagen der eigentliche Geburtshelfer des Leipziger Aufschwungs. Umgekehrt steckt im VfB aber auch in gewissem Maße Leipzig, weniger personell als von der Grundausrichtung her. Traut man den Worten des VfB-Präsidenten Wolfgang Dietrich, so hat der VfB 2.0 durchaus Anleihen bei den Rasenballsportlern. Nach dem Abstieg wurde konsequent auf junge, entwicklungsfähige Spieler gebaut, mit Hannes Wolf ein dazu passender Trainer verpflichtet. Ziel ist es, im Nachwuchsbereich deutschlandweit wieder die Nummer 1 zu werden, wobei man ähnlich wie Ralf Rangnick bei qualifiziertem Personal ansetzen möchte.

Es könnte mithin harmonisch sein, wenn man den „Nebengeräuschen“ nicht zuviel Raum zugesteht. Die Stellungnahme des „Schwabensturms“ unter der Woche hat zwar für  Erheiterung gesorgt, aber mehr Raum gebührt den Extremisten nicht. Interessanter wäre da ein kleines „Recap“ zu unserem „ersten Kritiker“, den wir etwas generalisierend „Fritzle Saitenbacher“ genannt haben.  Ein Kennenlernen im „Real Life“ steht noch aus, es wäre interessant, was unser Kritiker heute über uns Anhänger des einzig wahren Rasenballsports denkt und ob sich manch ein Vorurteil im persönlichen Gespräch nicht zerstreut.

Vielleicht wäre das „Derby“ ja eine gute Gelegenheit, sich zu treffen. Während es für das Hinspiel vielleicht zeitlich zu knapp wäre, schlage ich das Rückspiel in der „Mercedes-Benz-Arena“ vor. „Fritzle“, melde Dich einfach!

Unterm Strich bleibt es das Duell eines jungen Vereins, der die Jugend auch offen kultiviert und sich betont anders bzw. modern gibt, und einem Verein, der seine lange Tradition pflegt, Erinnerungen an große Zeiten kultiviert und mit den Anforderungen an die moderne Zeit versöhnen möchte. Sehen wir es als unterschiedliche Ansätze, um des Deutschen liebsten Spiel nach vorne zu bringen.

A propos nach vorne bringen: am Dienstag durften wir den ersten Champions-League-Sieg feiern und dürfen wieder realistisch von einem Einzug ins Achtelfinale träumen. Nette Parallele zum VfB: auch die schlugen sich in ihrer CL-Debütsaison mehr als achtbar. Einige Schwabenballisten dürfen nun für sich reklamieren, beim ersten Sieg im internationalen Wettbewerb dabeigewesen zu sein. „Wir sind dabei, wenn Geschichte geschrieben wird“ oder vielleicht besser gesagt: „Wir schreiben an der Geschichte mit“.

Womit wir bei der aus meiner Sicht schönsten Facette an RBL und den Schwabenballisten sind: wir gestalten mit, wir sind dabei, wo etwas entsteht und wir haben es in der Hand, etwas Gutes daraus zu machen. In diesem Sinne wünschen wir allen Schwaben und denen, die es werden wollen, ein tolles Spiel am Samstag. Möge der Bessere gewinnen. Und mögen wir anschließend gemeinsam ein Bierchen trinken!

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