Heimspiel – RB Leipzig zu Gast bei den Schwabenballisten

11.3.2018 – es war endlich soweit. Worauf wir seit 2009 gehofft hatten, ist nun Realität geworden: ein Spiel unserer Rasenballsportler in Stuttgart. Nun gut, in Liga 3 gab es bereits Auftritte im „Waldaustadion“ bei  der Zweitvertretung des VfB und den Stuttgarter Kickers. Letzteres war so etwas wie die Geburtsstunde der Schwabenballisten. Aber in RBL-Spiel in der „Mercedes-Benz-Arena“, einstmals „Neckarstadion“ genannt, ist schon eine andere Dimension. Dank des Wiederaufstiegs des VfB kam das Duell – wenn auch ein Jahr später als erhofft – zustande.

Sportlich ein wichtiges Spiel, vor dem Spieltag rangiert der VfB auf Rang 9, RBL auf Rang 6, der VfB im Aufwärtstrend seit dem Trainerwechsel, RBL mit drei sieglosen Spielen in Folge und der sicheren Niederlage gegen Bayern vor Augen unter Zugzwang, wenn der Zug in Richtung Europapokal nicht ohne die Rasenballsportler abfahren soll. Keine Frage, dass man das Team da unterstützen muss.

Zugegebenermaßen gab es vor dem Spiel Überlegungen das Spiel zu boykottieren. Die Rasenballsport Leipzig GmbH, die seit 2014 existiert, hat schließlich ein gewisses Standing und ein gewisses Maß an Tradition erreicht, nicht der Etikettenschwindel mancher Träumer, die „Tradition seit 2009“ propagieren, aber immerhin stramme Tradition seit 2014. Der Gegner und Emporkömmling, die „VfB Stuttgart 1893 Aktiengesellschaft“, die erst 2017 aus der Taufe gehoben wurde, kann selbstredend auf eine viel geringere Tradition zurückblicken. „Diese Neugründungen nehmen Traditionsunternehmen die Plätze in der Bundesliga weg! Das Traditionsunternehmen „FC Ingolstadt 04 Fußball GmbH“, Tradition seit 2013, zum Beispiel verlor den Startplatz an die Newcomer. Wir entschieden uns, diesen Punkt nicht überzugewichten, zumal der FCI älter als die Rasenballsportler sind und denselben Vorwurf an unsere Kicker richten könnte.

Blieb die Frage nach der Lauterkeit des Investors: die Daimler AG! Die VfB Stuttgart 1893 AG bezieht einen guten Teil des Etats von einem der Unternehmen, welches die Luft in der wunderschönen „Kesselstadt“ mit ihren Dieselfahrzeugen verschmutzt und laut Deutscher Umwelthilfe mitverantwortlich für zahlreiche vorzeitige Todesfälle ist. Auch dieses Thema wurde intern differenziert bewertet: wir entschieden uns, den Protest ins Stadion zu tragen, unser Vorsitzender fuhr mit der S-Bahn zum Spiel, um ein Zeichen gegen den Investor zu setzen!

Fehlende Luftreinhaltung scheint jedoch Teil der Vereinsidentität des VfB zu sein: das Parkleitsysten ist weit davon entfernt, kritikwürdig zu sein wie z.B. in Hoffenheim. Nein, in Stuttgart existiert es überhaupt nicht. Auf den Großparkplätzen fahren Autos kreuz und quer, niemand kommt voran, niemand kommt raus, „Deadlock“ auch zwei Stunden nach Spielende, eine Demo der Dieselfahrzeuge, wie man ihn zuletzt beim „Hochschulfreien Autotag“ des RCDS gesehen hat. Auch eine Möglichkeit die Stadt in den bundesweiten Schlagzeilen zu halten.

Nun gut, wir entschieden uns, das Spiel anzugehen und wollten uns nicht zuletzt für die mitgereisten Leipziger gute Gastgeber sein. Die Kurzfristigkeit der Ansetzung und unsere Boykottdiskussion führten dazu, dass wir uns erst recht zeitnah um ein Programm kümmerten, sodass die meisten Freunde des einzig wahren Rasenballsports aus Leipzig erst am Spieltag anreisten und unser Touristenprogramm für den Samstag noch ausbaufähige Resonanz fand. Wir hatten dennoch Glück und es fanden sich doch vereinzelte Fans als Vorhut, die mit uns am Vorabend des Spiels im Gasthaus „Trollinger“ ein sachgerechtes „Warmup“ feierten. Mit dabei auch das Maskottchen unserer Gäste, „Dubsch“.

Am Spieltag reisten die Schwabenballisten dann mit großer Kapelle an, Heimspiele ziehen eben! Unter den Aktiven auch zwei Neulinge aus Waldshut, die sich trotz der naheliegenden Konkurrenz der „Red Power Schweiz“ für die „Schwabenballisierung“ entschieden haben – sehr fein! Mit dabei ferner der „Hoffefan“, ein Anhänger des Traditionsunternehmens „TSG 1899 Hoffenheim Fußball-Spielbetriebs-GmbH“, die bereits seit 2005 seine Kunden begeistert. Nun mag der geneigte Kritiker des einzig wahren Rasenballsports hier keine Koinzidenz feststellen, schließlich gilt die TSG als Vorstufe zum Bösen, sprich RBL, dennoch kam der Besuch nicht ganz freiwillig, sondern auf Grund einer verlorenen Wette zustande. Zu Beginn der Saison 16/17 schlug der Hoffefan eine Wette vor, dass die TSG vor RBL landen würde. Davon war ich auch überzeugt, aber da niemand einschlagen wollte, hielt ich zur Ehrenrettung unserer Rasenballsportfreunde dagegen. Der Wetteinsatz: gewinnt der Hoffefan muss ich in den Hoffeblock bei TSG – VfB, gewinne ich, muss der Hoffefan in den RB-Block bei VfB – RBL. Das Ergebnis ist bekannt.

Fakt ist, der Hoffefan brachte uns verhältnismäßig viel Glück. Nun mag nicht jeder ein „Toilettenspiel“ (0:0) als Glück betrachten, aber die nüchternen Zahlen sagen: erstmals unter dem Hoffefan ohne Gegentor, der letzte Auftritt in Sinsheim war deutlich schlechter, es geht also aufwärts. Das Spiel behielt natürlich so manche Frage bereit:

  • Tut es Gulacsis krummem Finger nicht viel mehr weh die Bälle so miserabel zu fausten statt sie einfach zu fangen?
  • Haben Lukas Klostermann und Bernardo Flankenunterricht bei Christian „ich flanke jeden Ball ins Toraus“ Ziege genommen? (by the way: manches erinnerte an den Hans-Hubert-Vogts-Gedächtnisfußball)
  • Hat Bruma das Spiel mit dem aus der Grundschule bekannten Fangspiel verwechselt, wo man stillstehen muss, sobald einen der Ball berührt – zumindest solange bis ein Mitspieler durch die eigenen Beine kriecht?
  • Wurde eine Wette ausgelobt, wer sich die meisten Querschläger im Strafraum zutraut?

Okay, abgesehen davon, war es ganz ordentlich und RBL dem Siegtreffer gefühlt näher als die Newcomer der VfB AG. Unterm Strich aber wohl ein verdientes Resultat, welches den Frieden in so manchem Büro gewährleistet.

Wir haben nach der Partie unser Banner der feiernden Mannschaft präsentiert. Die entscheidende Frage: wer fühlt sich bemüßigt, Schwabenballisten-Ehrenmitglied zu werden, um uns einen vorzeitigen OFC-Status zu sichern? Bei Marvin „nothing comppers to you“ Compper ist es schon zu spät, bei Dome „(Ex-) Captain“ Kaiser bald vermutlich auch. Bliebe der „Toresohn“ Timo Werner, „Professor“ Ralf Rangnick oder Yussi Poulsen. Letzterer ist zwar kein Schwabe, aber mangels einer Vereinigung namens „Dänenballisten“ würden wir ihn ohne Weiteres einbürgern. Wie sagte er zuletzt: „Die RB-Fans lieben mich und ich liebe die RB-Fans“. Ja, Yussi, wir haben Dich sehr lieb! Deine Ehrenmitgliedschaft ist nur ein „Ja“ entfernt 😉

Unterm Strich hatten wir viele schöne Eindrücke vom ersten „Heimspiel“. Wir hoffen, liebe Rasenballsportler, wir waren ein guter Gastgeber. Wir freuen uns auf eine Fortsetzung, vielleicht mit der Möglichkeit eines etwas größeren zeitlichen Vorlaufs. Eine gute Woche – und dann macht bitte das Unmögliche möglich und gebt den „Buyern“ eins auf die Nuss.

Eure Schwabenballisten.

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